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Direkt nach dem ersten Kracher die Fortsetzung hinterhergeschoben – man will ja im Training bleiben. Diesmal schickt die Kultschmiede Cannon unseren Lieblings-Bartträger Chuck Norris nicht gegen Nahost-Terroristen, sondern direkt in den südamerikanischen Dschungel, um dem internationalen Kokain-Adel gepflegt die Leviten zu lesen. Und eins vorweg: Der Streifen fackelt nicht lange! Da gibt’s gleich von Beginn an ordentlich auf die Mappe!
Wo der Vorgänger noch eine gefühlte Ewigkeit im Krisenstab-Sitzkreis rumgegammelt hat, kommt Teil 2 direkt verdammt schnell ausm Quark. Keine Stunde Geiselnahme-Vorgeplänkel über den Wolken – hier geht’s quasi sofort richtig los. Das liegt vor allem an einem Mann: Ramon Cota. Heilige Makrele, was für ein absolut überzeugender Bösewicht! Billy Drago spielt diesen schleimigen, sadistischen Drogenbaron mit einer herrlich fiesen Psycho-Aura, dass man ihm schon nach fünf Minuten eigenhändig eine verpassen will. Schon allein wie der Typ schaut, lässt die Sonne erfrieren. Darstellen soll er wohl Pablo Escobar, aber zum Glück macht er da sein eigenes Ding draus. Gefiel mir viel besser als der eher austauschbare Oberschellenempfänger aus Teil 1.
Aber wo Licht ist, ist beim Cannon-Nachschlag natürlich auch ein bissl Schatten. Erste kleine Enttäuschung für die Ohren: Die Mucke fetzt nicht mehr so. Kult-Komponist Alan Silvestri hat den Taktstock abgegeben, und der neue Soundtrack dudelt leider ziemlich austauschbar vor sich hin, der pathetisch-schmissige Ohrwurm-Faktor von damals fehlt einfach an allen Ecken und Enden. Und mein Action-Herz musste direkt noch einen herben Verlust verkraften: Wo zum Teufel ist das geile Raketen-Motorrad abgeblieben?! Kein Batbike-Umbau, kein Blinker-Uzi-Schnickschnack mehr für Chuck. Verdammt schade, das Ding war pure Liebe und hätte ich nicht zwei linke Hände würde ich schon lange in der Garage sitzen und mir eins zusammenschrauben.
Stattdessen gibt’s diesmal klassische Dschungel-Ballereien, Fallschirmsprünge und Helikopter-Action am laufenden Band. Chuck Norris verteilt wieder gewohnt humorlos Schellen, bricht Genicke und lässt die Hütte brennen. Und hat hier aber auch zum Glück viel mehr Screentime als im ersten Teil. Und Regie-Bruder Aaron Norris weiß eben, wie man handgemachte Explosionen amtlich ins Bild rückt und Handkantenhackfleisch ordentlich herrichtet. Cannon hat den auch mit Kohle zugeschmissen. Gedreht wurde das Teil auf den Philippinen, dort hat man kurzerhand ne Villa für ne Mille mit Pool gekauft und saniert, nur um sie dann in die Luft zu jagen! Ja so macht man das! Das nennt man handmade von Anfang bis Ende! Wie sehr handmade es war, zeigte dann leider auch ein Unglück, welches sich ereignete. Ein Produktions-Hubschrauber stürzte ab und vier Crewmitglieder und der Pilot kamen ums Leben. Am Ende bleibt ein bis heute herrlich launiger Actioner zurück, den man unmöglich ernst nehmen kann. Aber genau deshalb macht die Chose im Player einfach wieder mächtig Laune. Im Endeffekt ein absolut starker Actioner, der dem Erstling in Sachen Unterhaltungswert kaum nachsteht, für mich sogar etwas kurzweiliger daherkommt aber eben auch ein paar wenige Sachen vermissen lässt, die Teil 1 richtig gut gemacht hat.
Und Fun Fact zum Schluss: Neben Chuck Norris sollte van Damme die Leinwand damals kaputtschlagen. Allerdings hatte der mal so gar keine Böcke auf Chuck und kurbelte stattdessen das Action-Sci-Fi-Meisterwerk 😀 „Cyborg“ ab (jaja nur meine Meinung, alles anderen sehen es anders). Alles richtig gemacht Jean-Claude!