8 1 Gefällt mir
Gesamtbewertung
1 Kommi
Rolf Muller
Deine Bewertung :
          

Besser als die „The Raid“ Filme hat mal einer irgendwo da draussen im weiten Web gesagt. Krassere Action, fulminantere Fights, etwas was man so so noch nicht gesehen hat. Bei Rotten Tomatoes springt das Tomatometer auf satte 98 %! Ich fragte mich gleich wie kann ein Film geilere Action als in „The Raid 2“ liefern, das kann doch gar nicht sein?!
Kann es vielleicht doch, da man hier einfach das Beste vom Besten zusammengetrommelt hat um mal nen richtigen Handkanten-Hurricane zu entfachen. Stunt-Leute aus „John Wick“ und „The Raid“ wurden hier engagiert um sich mal richtig schön gegenseitig die Fresse zu polieren. Joah da war dann natürlich klar. „The Furious“ ich muss dich sehen!

Hab mir natürlich sofort mein Muay-Thai Klapsband um die Birne geschnallt und bin im Affenzahn ins Kino gestürzt! Und klar wer hier nach tiefschürfenden Dialogen oder einer Oscar-reifen Story sucht, wird hier nicht fündig. Das hat „The Raid 2“ dann natürlich etwas anders versucht, wenn auch nicht immer rund. „The Furious“ ist eine kompromisslose, plumpe Tour des gepflegten Knochenknackens. Keine Rückblenden, kein moralischer Zeigefinger, kein pseudointellektuelles Gelaber. Nur purer, kinetischer Exzess.

Durchschnittlicher Handwerker und Kampfsportultrameister mit Kind. Kind wird von Kinderhändlerring entführt. Durchschnittlicher Handwerker und Kampfsportultrameister nun ohne Kind tut sich mit nem Cop und ebenfalls Kampfsportultrameister zusammen um das Kind wiederzufinden und gleich den ganzen Ring zu zerstören. Joah kennt man, tut nicht wirklich was zur Sache. Auch schade, dass die maue Synchro das maue Drehbuch welches eher nur aus Stichworten und Situationserklärungen besteht nicht wirklich aufwerten kann. Aber letztendlich geht es nur darum wie es auf die Fresse gibt!

Und das ist bombastisch! Die Parallelen in Sachen Action zu den legendären Meilensteinen „The Raid“ und „The Raid 2“ springen dir hier nicht nur ins Gesicht, die verpassen dir einen Roundhouse-Kick. Die Kamera klebt förmlich an den Fäusten, die Schnitte sind messerscharf und die Choreografien so intensiv, dass einen sogar im klimatisierten Kino der Schweiß nur so runterläuft. Ganz stark! Spätestens wenn dann noch Yayan Ruhian mit nem geilen roten Adidas-Anzug und nem Sportbogen die Bühne betritt, zielt er gleich mit auf mein riesengroßes Herz für Actionfilme!

Was mich aber dann doch etwas irritiert hat, war dann doch wie extrem überzogen und unrealistisch die Action da war. Mit unrealistisch meine ich dann nicht, dass die Protagonisten Superkräfte besitzen oder wie bei „Tiger & Dragon“ über die Leinwand fliegen. Aber das alles ist derart konstruiert, das manch Szene halt dann doch eher wie eine Zirkusaufführung wirkt als wie ein echter brutaler Kampf auf Leben und Tod. Da will man sich in Sachen Action einfach bis ins scheinbar Unmögliche toppen. Das ist oft geil, gerade wenn am Ende verschiedene Kämpfer mit unterschiedlichsten Stilen gegeneinander kämpfen. Und alle auf jeden und jeder gegen alle.

Stellenweise wird’s aber auch lächerlich, wenn dann Kämpfer mit 10-fachen Schädelbasisbruch einfach mal wieder aufstehen, sich kurz schütteln und dann zur Tagesordnung übergehen. Oder auch wenn sonderbare Gegenstände genutzt werden, um dem Gegner eine zu verbraten. Da wird ja alles Mögliche genutzt was greifbar ist. Am Ende greift man sich sogar Fahrräder um den Gegner mit der losgelösten Shimano-Bremse einen ordentlichen Profilabdruck in die Schnauze zu drücken. So ist nun übrigens auch die Kampfsportart Muay-Bike entstanden. Fight or Ride! Auf jeden Fall solltet ihr euch aber auf euren Drahtesel schwingen und ab ins Kino radeln um diese größtenteils fulminante Action-Orgie noch zu erleben. „The Raid 2“ bleibt für mich aber der absolute King. „The Furious“ darf man aber durchaus als seinen sehr talentierten Prinzen bezeichnen.

Nach oben scrollen